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Deutschland, mir graut vor Dir - Abgesang auf ein Gemeinwesen

Hehr waren die Ansprüche, die in unserem Grundgesetz verankert wurden: soziale Marktwirtschaft, Solidargemeinschaft, die Würde des Menschen, Gleichheit vor dem Gesetz und viele andere gute Absichten. Geblieben ist heute davon nicht viel, wie die Ereignisse einer einzigen Woche belegen.

Airbus, der größte deutsche Luftfahrt- und Rüstungskonzern, steigert den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um sage und schreibe 60 %. Für die Belegschaft heißt das Bangen, denn im Zuge des Konzernumbaus (mit dem Ziel der Profitmaximierung) sollen Stellen wegfallen. Soziale Marktwirtschaft – Fehlanzeige. Stattdessen finsterster, kältester Manchesterkapitalismus.

Meine Tochter kam letzte Woche am Mittwoch gegen 14 Uhr mit 39 Fieber aus der Schule nach Hause. In einer Kleinstadt von 17000 Einwohnern war innerhalb der nächsten zwei Stunden kein Arzt aufzutreiben, der bereit gewesen wäre sie zu behandeln. Schnitt. 5 Tage später. Meiner Schwiegermutter gelingt es trotz Ärztekonsultation in zwei Kleinstädten (Guben und Forst) von jeweils 17000 Einwohnern nicht, irgendwann einen Augenarzttermin zu ergattern. Antwort in beiden Praxen – wir nehmen keine Patienten mehr auf. Das also ist die deutsche Solidargemeinschaft. Wäre das irgendwo im Amazonas-Regenwald passiert, hätte man zumindest die realistische Chance gehabt, von einem eingeborenen Medizinmann (oder Medizinfrau) behandelt zu werden. Dieses Niveau sollten wir vielleicht für die nächsten Jahrzehnte anstreben.

Ein führender Politiker gesteht den Besitz und Erwerb kinderpornographischer Schriften. Gegen die Zahlung von 5000 Euro wird der Prozess eingestellt – kein Urteil, keine Bestrafung. Ein Dieb wäre so leicht nicht davon gekommen – es sei denn er gehört auch zur Kaste derer, die 5000 Euro aus der Portokasse bezahlen. So sieht heute die Gleichheit vor dem Gesetz aus.

Wo sind wir nur hingekommen? Warum treten wir das eigene Grundgesetz mit Füßen? Wohl weil das Grundgesetz den Vorrang des Profits, die Dominanz des Mammon über die Gemeinwohl nicht unterstützt.

3.3.15 19:03
 


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